Im Frühling 2012 wird die Publikation “Asiatische Deutsche – Vietnamesische Diaspora and Beyond” im Assoziation A – Verlag erscheinen, herausgegeben von Kien Nghi Ha.
Begleitend werden auf diesen Projektseiten Materialien / Video-Mitschnitte veröffentlicht, die die gleichnamige Vortrags- und Diskussionsreihe vom 26.11.-27.11.2010 dokumentieren. Die Veranstaltung fand im Rahmen des DONG XUAN FESTIVALS – VIETNAMESEN IN BERLIN im Hebbel am Ufer Theater (Berlin) statt.
Unter anderem freuen wir uns besonders auf den Beitrag “Eine akustische Reise” der herausragenden postkolonialen Filmemacherin und Theoretikerin Trinh T. Minh-ha (Professorin für Gender & Women’s Studies an der University of California in Berkeley) in deutscher Erstübersetzung.
Das Projekt wurde vom Hauptstadtkulturfonds und dem Lehrstuhl für Geschichte und Gesellschaft Südostasiens (Humboldt Universität zu Berlin) gefördert.
Buchankündigung von Assoziation A:
Am Beispiel der vietnamesischen Migration, die vor allem in Berlin stark präsent ist, lässt sich aufzeigen, dass das Leben in der Diaspora vielgestaltige Formen annimmt und dieser Prozess aus der Perspektive der migrantischen Subjekte zu denken ist. Indem die Nation von ihren Rändern aus neu gedacht wird, können bisher vernachlässigte Fragen und marginalisierte Räume in den Fokus genommen werden. Dieser Perspektivwechsel durchzieht die vielschichtigen Analysen, Gespräche, Fotoporträts, Essays und Kurzgeschichten namhafter WissenschaftlerInnen und talentierter KünstlerInnen, die diesen Raum mit Leben und Innenansichten füllen.
Im ersten Teil des Bandes werden essenzialistische Identitätskonstruktionen sowie das homogenisierende Kulturverständnis hinterfragt und zeitgenössische Bedeutungen der asiatischen Diaspora analysiert. Anstatt Migration lediglich als ein zu bewältigendes Problem zu begreifen, beleuchten die Beiträge im zweiten Teil ihre kosmopolitischen Potenziale. Vor diesem Hintergrund werden vielfältige Verbindungen zu anderen People of Color-Gemeinschaften in Deutschland gezogen. Denn die komplex zusammengesetzten Identitäten in diasporischen Communities reflektieren unterschiedliche geschichtliche Erfahrungen mit Exil, genderspezifischer Ausbeutung und Rassismus, die kulturelle und gesellschaftspolitische Bedeutungen in sich tragen.
Das Leben zwischen hybriden Kulturen, politischen Grenzen und konstruierten Nationen wird in diesem Buch als eine Form des Zuhause-Seins untersucht. Diese Konstellation stellt eine zentrale Zukunftsaufgabe postkolonialer Migrationsgesellschaften in der Ära der Globalisierung dar.
Mit Beiträgen von Joshua Kwesi Aikins, Mita Banerjee, Biplap Basu, Indira Hong Giang Berghof, Madeleine Bernstorff, Uta Beth, Sun-Ju Choi, Ngan Thi Dang, Huy Dao, Emma Dowling, Hannah Eitel, Naika Foroutan, Urmila Goel, Kien Nghi Ha, Noa Ha, Feng-Mei Heberer, Tamara Hentschel, Pham Thi Hoai, Jee-Un Kim, Mai-Phuong Kollath, Alisa Anh Kotmair, Yumin Li, Nya Luong, Hanna Hoa Anh Mai, Ruth Mayer, Angelika Nguyen, Baly Nguyen, Bé Điểm Nguyễn-Xuân, Thúy Nonnemann, Günter Piening, Nivedita Prasad, Petra Isabel Schlagenhauf, Antonie Schmiz, Yasemin Shooman, Kimiko Suda, Trinh T. Minh-ha, Anja Tuckermann und Alke Wierth. Lektor_innen: Nika Zablotsky und Peter Veit.
