Im Magazin “The European” erschien ein Interview mit unserem Mitglied Kien Nghi Ha mit dem Titel “Wir leben in einer vormodernen Gesellschaft“. Hier ein Auszug und der Link zum ganzen Interview.
The European: Sie waren auf einer Paneldiskussion mit dem deutsch-türkischen Autor Feridun Zaimoglu in Berlin im Ballhaus Naunynstraße. Das Motto hieß „Vibrationshintergrund“. Was ist mit diesem Wortspiel gemeint?
Ha: Dabei geht es um die Infragestellung des gesellschaftlichen Blicks der deutschen Mehrheitsgesellschaft, die Immigranten bisher immer als eine problematische Gruppe mit Defiziten definiert hat. Früher hatte man auch spezielle Therapieformen wie die Ausländerpädagogik entwickelt, um diese Menschen zu resozialisieren und in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Dieser defizitorientierte Blick sagt natürlich aus, dass die deutsche Gesellschaft, entgegen ihrer eigenen Erfahrung, Migranten und ihre Kulturen lange Zeit nicht als positiven, bereichernden Aspekt der Gesellschaft betrachtet hat. Diese Sichtweise beruht auf einer Ideologie, die nichts mit den realen Alltagserfahrungen der Menschen zu tun hat, die hier zusammen gelebt, gelacht und auch gelitten haben. Es gibt zwei Realitäten, über die wir hier sprechen: ideologische und gesellschaftlich-kulturelle. Continue reading








